Ein anderer Aspekt Gottes - Das neue Gottes- und Menschenbild

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Die Wahrnehmung des Göttlichen

Ein anderer Aspekt   Gottes    von Hartmut Neumann

Ein anderer Aspekt  des göttlichen Wirkens das ist der Gottesgeist als Lebenskraft in allem Lebendigen. Das Wort "Gott" ist ja nicht nur ein Synonym oder eine Chiffre für eine geistige Gotteskraft im Menschen. Das ist weit gefehlt. Man darf nicht mit "entweder / oder" denken, wozu unser menschlicher Verstand neigt.

Wenn wir die Chiffre "Gott" ansprechen, ist dies nur dann sinnvoll, wenn wir "Gott" als "sowohl-als-auch" betrachten. "Sowohl-als-auch" bedeutet hier, Gott kann ebenso als Geisteskraft im Menschen und in der Menschheit in der Fortentwicklung der Evolution als auch als Lebenskraft in der Natur gesehen werden. Darum gilt das Wort:

"Gott ist das Leben in allem Leben, Gott ist das Wesen in allen Wesen, Gott ist das Sein in allem Sein!" (Hartmut Neumann, „Seid Ihr noch zu retten?" 1992, Verlag IFG).

Durch die zu starke Betonung der Gottes- oder Geisteskraft im Menschlichen ging im gleichen Maße der Glaube an das Vorhandensein der Gotteskraft in der Natur und in allem Lebendigen mehr und mehr aus dem Bewußtsein der Menschen. Dabei könnten wir Menschen ohne diese keinen einzigen Augenblick leben. Es gibt tatsächlich unwiderlegbare Hinweise auch für diesen Aspekt Gottes, die wir meist garnicht beachten, hier einige Beispiele:

-  wer oder was macht unsere Atmung auch wenn wir schlafen und garnicht an das Atmen denken?
-  und wer oder was macht unseren Herzschlag, den Kreislauf?
-  und wer oder was macht die Verdauung, die Assimilierung der Nahrung und den Stoffwechsel?
   Und die Regeneration in der Nacht?

Vor einigen Jahren erhielten Forscher dafür den Nobelpreis, weil sie nach-weisen konnten, dass es eine höhere Intelligenz und Steuerung im Körper dafür gibt, dass die Nahrungsteilchen und Spurenelemente zu den Zellen und Organen gelangen, wo diese am meisten benötigt werden. Das gibt uns einen Hinweis dafür, dass alle Organe und Zellen unseres Körpers durch Nervenbahnen und Nervenverbindungen untereinander vernetzt sind und kommunizieren, was für uns unsichtbar und auf geheimnisvolle Weise geschieht. Ebenso und nicht weniger ist die Leistung unseres Immunsystems, das über uns wacht und uns am Leben erhält, auch wenn wir garnicht darüber nachdenken.

Fest steht: In unserem Körper herrscht eine für uns normalerweise "unsichtbare", höhere geistige Macht, diese Macht nennen wir die "göttliche Lebenskraft".(*) Wie sollte sich die menschliche Seele zu der göttlichen Lebenskraft im Körper am besten verhalten? Zu dieser Frage folgen einige Gedanken und Impulse, zunächst ein Gleichnis:

... denken wir an "Pferd und Reiter", aber nicht als zwei getrennte Wesenheiten, sondern als "eine vollkommene Einheit" .
Der Reiter in diesem Gleichnis ist hier unsere Persönlichkeit, unsere Seele, die immer bestimmen will, wo es langgeht.
Das Pferd ist hier unser Körper, besser: die göttliche Lebenskraft die bis zu einem gewissen Grade bereit ist, nach unserer Pfeife zu tanzen. Das Pferd ist aber auch unser autonomes Nervensystem das auch ohne unseren Willen ständig daran arbeitet, das Leben, also unser Leben zu erhalten.

Wenn wir in diesem Gleichnis unseren Körper als "Körperpferd" betrachten: Wir können unser "Körperpferd" pflegen, ernähren und lenken wohin wir wollen, im Extremfalle, bis es zusammenbricht oder lahmt. Es ist sicher nicht falsch, wenn wir unseren Körper, unser "Körperpferd" als eine Leihgabe der göttlichen Natur, also Gottes, betrachten, die uns zur Verfügung steht für dies Leben. Bis zu einem gewissen Grade macht unser "Körperpferd" alles mit, was wir wollen; aber, es kann auch verweigern. Und dann ist es oft zu spät. Die Ehrfurcht vor allem Leben, die so häufig gefordert wird,  die sollte darum zu allererst unserem "Körperpferd" gelten.

Wenn wir dessen bewußt werden, was wir unserem "Körperpferd" verdanken, nämlich alles (!), dann könnten und sollten wir die Anbetung (Anerkennung) der göttlichen Kraft in uns (wie in allem Leben) bewußt jeden Tag und jede Stunde und jeden Augenblick bewußt wahrnehmen.

Es ist vielleicht interessant und es scheint so ,   dass unser Verhältnis, das wir zu Gott-in-uns bzw. zu Gott-in-allem haben, irgendwie verknüpft ist mit diesem Verhältnis das wir zu unserem "Körperpferd" haben.
Franz von Assisi oder Albert Schweitzer mögen uns Vorbild hier sein, wie wir die "göttliche-Lebenskraf-in-uns" und auch sonst ansehen sollten, neben der geistigen Gotteskraft in unserem Geiste und in der fortwährenden Evolution des menschlichen Geistes.

"Gott ist Geist und als Geist zugleich die Lebenskraft der Geschöpfe" (Klaus-Peter Jörns) - darum sage ich: "unser "Körperpferd" ist eine Leihgabe Gottes!

*
Wenn man sich mal vor Augen führt, welche Intelligenz in jeder einzelnen Körperzelle aktiv ist, nämlich eine vollkommene!

Nun ist unser Körper mehr als nur die Summe all dieser Intelligenz, unser Körper ist ein ganzer Kosmos im Kleinen. Diese Intelligenz, dieses Bewußtsein ist von daher ebenso auf das Vollkommene hin ausgelegt. Also: die Intelligenz und das Bewußtsein des ganzen Weltalls ist auch in unserem Körper (wie auch in unserem Geist), weil die ganze Intelligenz der Schöpfung in unserem physikalischen Körper angelegt ist.

 
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